Weingut
Rebenhof
 
Frankfurter Straße 57 -59
        65239 Hochheim
Telefon  06146 - 9897
Im Hochheimer Weingut Rebenhof wird die
Qualität von der DLG amtlich verbürgt
Wenn der Vater mit der Tochter ...

Am liebsten, da sind sich Pia Rosenkranz und Willi Orth  einig, wären sie viel öfter draußen - dort, wo sich Hölle und Kirchenstück dem Main zuwenden. In Hochheim führt Pia Rosenkranz den Rebenhof, den sie 2000 von ihrem Vater Willi Orth übernommen hat. Ihre acht Hektar Weinberge liegen in den klimatisch bevorzugten Südhängen zwischen dem Ufer des Mains und der Silhouette der Stadt.
60 Prozent der Rebenhofreben wurzeln in Lagen, die für Erste Gewächse klassifiziert sind. Dort setzen Willi Orth und Pia Rosenkranz alles daran, ihre Weine möglichst naturnah zu erzeugen. Die Augen des graduierten Ingenieurs leuchten, wenn er auf seine Dauerbegrünung deutet, die schonende Bearbeitung des Bodens zwischen den Stöcken zeigt und von der konsequenten Ertragsreduzierung berichtet. Die Bemühungen um die Qualität der Weine werden seit 2001 von der Deutschen Landwirtschafts Gesellschaft DLG offiziell beurkundet. Der Rebenhof ist zurzeit der einzige zertifizierte Betrieb im Rheingau.
Nein, stolz seien sie darauf nicht, sagen Vater Willi und Tochter Pia, eher dankbar, dass ihre Weinberge die Grundlage hiefür bieten. Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere heißt harte Arbeit mit hohem Anspruch - vor allen an sich selbst.
Vater Willi, seit der Betriebsübergabe formell im Ruhestand, freut sich jeden Morgen über einen Acht-Stunden-Tag - "was länger dauert, ist für mich wie Urlaub". Arbeit ist keine Last, sondern Freude, lautet sein Credo.
Das gilt auch für Pia Rosenkranz, deren strahlendes Lächeln die Lust widerspiegelt, mit der die gelernte Weinbautechnikerin das Weingut führt. Tochter und Vater stehen Neuerungen aufgeschlossen gegenüber. Als die Forschungsanstalt Geisenheim 2006 das Projekt "Terroir" startete, stand für Pia Rosenkranz fest: Da bringen wir uns ein. Vielleicht auch deswegen, weil sie als amtierende Vizepräsidentin des Rheingauer Weinbauverbandes von dem Terroir-Konzept zu 100 Prozent überzeugt ist.
In der Probierstube des Rebenhofes ist ein Geländeprofil zu sehen, das Tonmergel aus der Hochheimer Hölle zeigt. Dort haben Vater und Tocher 2008 eine trockene Spätlese geerntet. Der hohe Kalkgehalt im Boden verleiht dem Wein Extrakt, zugleich puffert er die Säure wirkungsvoll ab. Ein ebenso markanter wie gradliniger Wein.
Man kann vom Rebenhof nicht schreiben, ohne Gertrude Orth zu erwähnen. Die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin hält ihrer Tochter und ihrem Mann den Buckel für die Arbeit im Weinberg und im Keller frei, bedient die Kunden im Weinladen und hilft im Hintergrund, wenn Gäste in der gemütlichen Schänke des Landhauses feiern.
In dem schmucken Gebäude treten während der Wintersaison Kleinkünstler auf.
Wer nicht bis Ende Oktober warten will, wenn die Kleinkunstabende wieder beginnen, kann Rebenhof-Weine vom 5. bis 8. Juni am Hochheimer Weinprobierstand auf dem Weihergelände probieren. Oder er guckt auf dem Rebenhof im Weinladen rein. Mit ein bisschen Glück trifft man hier Vater und Tocher. Wenn sie nicht gerade dort sind, wo sie am liebsten noch viel öfter wären: draußen beim Rebenstreicheln. Wolfgang Blum
Weingut Rebenhof, Willi Orth,
Inhaberin Pia Rosenkranz, Frankfurter Straße 57-59, 65239 Hochheim, Telefon: 06146 9897
service@weingut-rebenhof.de, www.weingut-rebenhof.de
Literwein 3,80 Euro,
Riesling-Spätlese ab 6,50 Euro,
Spätburgunder ab 7 Euro



04.06.2009